So funktioniert der Landtag und die Landtagswahl 

Der Landtag ist das zentrale Organ der Legislative des Landes. Landtagswahl

Der Landtag beschließt oder ändert Gesetze, die in die Gesetzgebungskompetenz des Landes fallen. Die alleinige, die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz eines Landes liegt z. B. in kulturellen Angelegenheiten, also im Schul- und Bildungswesen, beim Polizei sowie beim Gemeinderecht. Gesetzesvorlagen können aus der Mitte des Landtages durch eine Fraktion oder durch eine Gruppe von mindestens sieben Mitglieder des Landtages eingebracht werden. Neben dem Landtag wirkt die Regierung an der Legislative durch das Ein-bringen von Gesetzesvorlagen maßgeblich mit.

In der Praxis stammen die meisten Gesetzesvorlagen aus der Regierung. Gesetzesvorlagen sind detailliert und schriftlich zur Beratung vorzulegen. In I. Lesung wird im Plenum die Gesetzesvorlage in der Regel zunächst allgemein diskutiert und anschließend einem Fachausschuss, gegebenenfalls auch weiteren Ausschüssen, zur Fachberatung überwiesen.

Der Fachausschuss berät die Vorlage detailliert. Gegebenenfalls zieht er externe Experten hinzu, hört Lobbygruppen oder direkt vom Gesetz Betroffene an. Der Fachausschuss überweist den gegebenenfalls umformulierten Gesetzesentwurf mit einer Beschlussempfehlung für die Abgeordneten zurück an das Plenum zur zweiten Lesung. Dort beraten die Abgeordneten den Gesetzentwurf erneut. Jedes Mitglied hat dort die Möglichkeit Änderungen am Entwurf vorzuschlagen. Über die Änderungsvorschläge wird im Plenum einzeln abgestimmt und abschließend über die gesamte Gesetzesvorlage. Der Landtag entscheidet mit Stimmenmehrheit, soweit die Verfassung keine höhere Hürde vorschreibt. Der Landtag ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte seiner gesetzlichen Mitgliederzahl anwesend ist. Verfassungsänderungen und Haushaltsgesetze werden in drei Lesungen beraten. Für andere Gesetzgebungsvorhaben können durch eine Fraktion oder durch ein Viertel aller Mitglieder des Landtages ebenfalls davon abweichend eine dritte Lesung und weitere Beratungen der Fachausschüsse beantragt werden. Der Landtagspräsident stellt ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz dem Ministerpräsidenten zu. Der Ministerpräsident unterzeichnet und fertigt es aus in seiner Funktion als Staatsoberhaupt des Landes. Nach Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt kann das Gesetz zum vorgesehen Stichtag in Kraft treten.

Das deutsche Parlament wird Bundestag genannt.

Den Bundestag wählen etwa 60 Millionen wahlberechtigte Bür-ger alle vier Jahre. Der Bundestag ist das einzige Organ, dessen Vertreter direkt vom Volk gewählt werden. Der Bundestag hat 598 Sitze ohne Überhangmandate.

Bei der Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen: die Erststimme, mit der auf der linken Seite des Stimmzettels der Wahlkreisabgeordnete gewählt wird, und die Zweitstimme, mit der auf der rechten Seite die Landesliste einer Partei angekreuzt werden kann.

Mit der Erststimme kann der Wähler unmittelbar bestimmen, welcher Direktkandidat seines Wahlkreises ihn im Bundestag vertreten soll. Gewählt ist, wer in seinem Wahlkreis die meisten Erststimmen auf sich vereinigt. 299 Plätze werden auf diese Weise direkt vergeben. Die Zweitstimme entscheidet dagegen über das Mehrheitsverhältnis der Parteien im Bundestag.

Auf dem Stimmzettel sind ihre Landeslisten in der Reihenfolge des Zweitstimmenergebnis aufgeführt, das die jeweilige Partei bei der vorangegangenen Wahl in dem Bundesland erzielt hat. Wahlberechtig ist, wer über 18 Jahre alt ist, im Wählerverzeichnis einer Gemeinde registriert ist und seit drei Monaten in Deutschland mit einem Wohnsitz gemeldet ist. Grundvoraussetzung ist die deutsche Staatsbürgerschaft. Ausländer dürfen nicht an Landtags- oder BundestagswahIen teilnehmen. Also dürfen auch Flüchtlinge nicht wählen. Die Gemeinden verschicken rechtzeitig eine Wahlbenachrichtigung mit dem Hinweis auf das nächste Wahllokal und die Möglichkeit der Briefwahl.

Der Kandidat, der die meisten Stimmen erhält, erhält ein Direktmandat und zieht in den Bundestag ein. Die restlichen Sitze einer Partei werden nach dem Zweitstimmenergebnis durch die Landesliste aufgefüllt. Im Bundestag sind Parteien vertreten, die mehr als 5 Prozent der Zweitstimmen bekommen haben oder in drei Wahlkreisen ein Direktmandat bekommen haben. Wenn sich herausstellt, dass in einem Bundesland mehr Kandidaten einer Partei ein Direktmandat erhalten haben, als die Partei Zweitstimmen gesammelt hat, bekommen sie trotzdem ihr Mandat. Das nennt man dann "Überhangmandat". Der Bundestag wählt zu Beginn jeder Legislaturperiode den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin.

Seit 2005 ist die CDU- Politikerin Angela Merkel Bundeskanzlerin.